Spielen in und um Werne

Haste mal fünf Piraten?! – Juni 2026

Im Juni 2026 wurden neben den üblichen verdächtigen Spielen auch einige neue oder seltenere Gäste in der Top-9-Übersicht gespielt.

Klar, Piraten kapern und Kniffel wird immer wieder gern gespielt, auch 6 nimmt! ist ein zeitloser Klassiker, den man mal schnell runterspielen kann. Auch Captain Flip ist immer wieder Gast in dieser Liste, dasselbe kann man über Mischwald sagen. Das spricht sehr für das Potential beider Spiele.

Dem jüngsten Kind sind die Partien Mensch ärgere dich nicht und Go Gecko Go! zu verdanken. Go Gecko Go! ist ein ziemlich ordentliches Kinderspiel, bei dem man mit dem gegebenen Würfelergebnis einige interessante Züge machen kann.

Knarr und Got Five habe ich erst im Mai kennengelernt. Dass beide nun zu den meistgespielten Spielen im Juni gehören, sagt ja auch was aus. Besonders Got Five weiß am heimischen Spieltisch zu überzeugen.

Leider gab es im Mai gar nicht so viele neue Spiele, die ich erleben durfte:

Bobbidi Boom ist ein Push-your-luck-Kartenspiel, bei dem wir von unserem Kartenstapel entweder eine neue Zutat aufdecken oder passen. Haben wir zu viele Zutaten einer Sorte in Summe vor allen Mitspielern, explodiert unser Kessel und wir scheiden aus. Vom Aussteigen und Ausscheiden ist abhängig, welche neue Karte in unser Deck kommt, die vielleicht auch Vorteile beim Ausspielen oder dauerhaft bringt. Ganz nett, aber auch nichts weltbewegendes.

Meister Makatsu ist ein recht originelles Stichspiel vom Altmeister Reiner Knizia. Wir versuchen, Stiche zu vermeiden, denn diese geben Minuspunkte. Aber: in der ersten Runde von drei Runden sind die Minuspunkte weniger als in der dritten Runde. Da wir alle dieselben Karten haben, sollten wir abschätzen, wann und wie wir unsere Karten spielen, um mit möglichst wenigen Minuspunkten aus dem Spiel zu gehen.

Moon Colony Bloodbath aus der Feder des Dominion-Erfinders ist ein seltsames Spiel, aber immerhin fürs Kennerspiel des Jahres nominiert. Im Kern ist es ein Auto-Battler. Ein zentraler Kartenstapel wird abgearbeitet, wir müssen auf die Karten reagieren, die in vielen Fällen bedeuten, dass unsere Kolonie Siedler verliert. In diesem Stapel sind vier Aktionskarten, die im Grunde die einzige echte Eingriffsform sind. Damit bauen wir Gebäude in unserer Siedlung, die uns zum einen Vorteile geben und zum anderen als „Opfer“ genutzt werden können, um Verluste aufzufangen. Mit anderen Aktionen sammeln wir Ressourcen und Karten. Das Thema ist dunkel und etwas schwarzhumorig, aber die Interaktion zwischen den Spielern ist im Grunde nicht vorhanden. Das Spiel endet, wenn ein Spieler keine Siedler mehr hat, wer dann die meisten Siedler hat, gewinnt. Alternativ wird gezählt, wenn der Kartenstapel so häufig durchgespielt wurde, dass alle Ereigniskarten eingemischt wurden. Das Spiel hat was, aber mir fehlt die Interaktion. Dass Auto-Battler sowieso nicht mein Ding sind, spielt da gar nicht so sehr rein. Ich kann die Begeisterung verstehen, ohne sie vollumfänglich zu teilen.

Auf der Kandidatenliste fürs Spiel des Jahres ist Morty Sorty Magic Shop. Wir sammeln in unseren drei Regalen Flaschen mit verschiedenen Farben und Zahlen in aufsteigender Reihenfolge, wobei eine Flasche zudem noch unterschiedliche Deckel hat. Je nach Reihe dürfen nur bestimmte Flaschen dort platziert werden. Im Spielzug wirft man eine von der Mitspielerzahl abhängige Flaschenzahl und beginnend mit dem Startspieler der Runde sucht sich jeder eine aus und legt sie an eine passende Stelle. Man bekommt Bonusflaschen, wenn drei verschiedenfarbige Flaschen übereinander stehen. Einen kleinen Wettlaufmechanismus um Punkte gibt es ebenso wie Punkte für volle Regale und bestimmte passend platzierte Flaschen. Damit das etwas einfacher von der Hand geht, gibt es Katzenmarker, die einige hilfreiche Funktionen auslösen. Morty Sorty Magic Shop hat zwar einen komischen Namen, aber das Spiel ist durchaus kurzweilig. Es gibt Spielerinteraktion durch die Option, jemandem die passende Flasche zu nehmen, und durch die Wettläufe um öffentliche Ziele. Zwar kennt man die meisten Elemente schon aus anderen Spielen, hier liegt aber ein richtig rundes Spiel auf dem Tisch.

Wer nun mal wieder selber spielen: am 10. Juli findet ab 19 Uhr in der Familienbildungsstätte Werne das Spielcafé statt. Die Teilnahme ist kostenlos, es sind alle Interessierten herzlich willkommen.

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