Everdell: Spirecrest – Mistwetter und Entdeckungen

Durch die momentane Kontaktsperre ist das Spielen leider auf einen kleineren Kreis beschränkt, was uns aber natürlich nicht hindert, auch die ein oder andere Neuheit auszuprobieren.

Ganz neu auf dem Tisch kam „Everdell: Spirecrest“, einer der beiden neuen Erweiterungen des tollen Spiel „Everdell“, das wir hier schon einmal vorgestellt haben.

„Spirecrest“ fügt Everdell am unteren Bereich ein neues Spielfeld zu, auf dem ein Abgesandter unseres Tierstamms beim Wechsel der Jahreszeit voranschreitet. Das eigentliche Grundspiel innerhalb der Jahreszeit funktioniert weiterhin wie bisher, das heißt, euer Wissen von „Everdell“ wird nicht komplett auf den Kopf gestellt wie bei der ersten Erweiterung „Pearlbrook“.

Dennoch ist „Spirecrest“ kein parallel laufendes Spiel. Zu jeder Jahreszeit gibt es ein Wetter vor, dass immer einen negativen Effekt hat, z.B. kostet das Spielen einer Kreatur eine Beere mehr oder die Basisfelder bringen eine Ressource weniger. Das ist insbesondere zum Start schon eine mächtige Herausforderung, gibt dem ganzen Spiel aber etwas mehr Tiefgang.

Bei jedem Wechsel der Jahreszeit macht unserer Wanderer eine Entdeckung. Aus dreien können wir eine auswählen, wobei an den Entdeckungen zufällige Preisschilder hängen (kostenlos, 1 Ressource oder Karte, 2 Ressourcen oder Karten). Diese Entdeckungen können zusätzliche Siegpunkte sein, die es bei Erreichen bestimmter Voraussetzungen für den Spieler gibt, neue Einsatzfelder oder eine große Kreatur, die einen Arbeiter ersetzt und spezielle Fähigkeiten hat (z.B. vom Ablagestapel eine Karte holen). Auch hier bekommt das Grundspiel mehr Tiefe und Würze, bleibt aber inhaltlich gleich.

Ebenfalls zum Jahreszeitenwechsel erhält man einen Expeditionsschritt. Dieser beinhaltet eine Angabe von Ressourcen und Siegpunkte. Die Expeditionsschritte fügt man aneinander und darf diese am Ende des Spiels mit seinen übrig gebliebenen Ressourcen bezahlen, um die aufgedruckten Siegpunkte zu erhalten. Dabei muss man die Schritte hintereinander durchführen, sonst ist die Expedition und damit das Sammeln von Siegpunkten beendet. Dieses Element führt zu einem bedachten Einsatz von Ressourcen im Herbst und gibt dem Spiel etwas mehr Entscheidungstiefen.

„Spirecrest“ erweitert Everdell auf elegante Weise. Das Grundspiel bleibt im wesentlichen unberührt, wird aber durch die Erweiterung insoweit beeinflusst, als dass man doch einige Entscheidungen nun anders fällt. Grundsätzlich werden durch die Wettereffekte und die Expedition am Ende die produzierenden Gebäude noch einmal interessanter, um die negativen Wettereffekte auszugleichen und die Expedition zu schaffen.

Spirecrest und das Grundspiel
Spirecrest fügt sich wie ein Puzzle unterhalb des Grundspiels ein.
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Optisch ist „Spirecrest“ ein toller Hingucker, für die großen Kreaturen gibt es extra schöne Meeples, die das Spiel noch mehr zum Hingucker machen. Das war ja auch schon die große Stärke von Everdell, das optisch das vielleicht schönste Spiel der letzten Jahre ist.

Ich finde, dass „Spirecrest“ die bessere Erweiterung zu Everdell ist als „Pearlbrook“. Letzteres veränderte das Spiel doch erheblich und fügte durch die mächtigen und teuren Perlen etwas viel Ungleichheit ins Spiel ein. Spirecrest fügt mehr Tiefe und Entscheidungsmöglichkeiten ins Spiel, ist aber deutlich weniger invasiv.

Kurzum: wer „Everdell“ mag, sollte auf jeden Fall „Spirecrest“ ins Auge fassen. Eine optisch sehr gelungene, spielerisch sehr elegante Erweiterung für ein tolles Spiel.

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